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Landwirte an digitale Technologien heranführen

04. 12. 2020

 

Das Hofgut Neumühle beteiligt sich am „Experimentierfeld Südwest“
 
Das Hofgut Neumühle bei Münchweiler an der Alsenz will zusammen mit anderen Partnern Landwirte für digitale Technologien interessieren, um diese in der Praxis effizient und an die jeweiligen Betriebstypen angepasst zu nutzen, sei es im Grünland, im Acker-, Wein-, Gemüse- und Obstbau. Hierfür erhält der Gutshof des Bezirksverbands Pfalz vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Fördersumme von 175.500 Euro, damit ein Doktorand beziehungsweise eine Doktorandin die Arbeit begleiten, eine Fuhrwerkswaage und ein Sensor zum Messen der Trockensubstanz des Ernteguts angeschafft und Analysen von Futter- und Gülleproben durchgeführt werden können. Insgesamt stellt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Fördersumme von 4,35 Millionen Euro zur Verfügung. Das Projekt, das im Frühjahr startete, läuft bis 2023. Weitere Informationen zum Gesamtvorhaben unter http://ef-sw.de/.
 
Die Digitalisierung der Landwirtschaft dient nicht nur der Effizienzsteigerung des Betriebsmittel- und Arbeitskräfteeinsatzes, sondern auch dem Ressourcen- und Umweltschutz und vereinfacht die Dokumentation und eine transparentere Rückverfolgung von Lebensmitteln, was letztendlich den Verbraucherinnen und Verbrauchern zugutekommt. Die GeoBox-Infrastruktur, ein branchenübergreifendes und überbetriebliches Datenmanagement, bietet hierfür nicht nur eine breite Palette an Softwarewerkzeugen an, sondern sichert den landwirtschaftlichen Betrieben durch eine dezentrale Speicherung die Datenhoheit und damit auch die Wertschöpfung aus intern gesammelten Informationen.
 
Auf dem „Experimentierfeld Südwest“ will das Hofgut Neumühle Nährstoffflüsse erfassen und dokumentieren. Dabei geht es um die Frage, wie sich das Ausbringen von Düngern mittels digitaler Sensordaten im Ackerbau oder der heimische Anbau von Viehfutter optimieren lässt. Neben dem Hofgut Neumühle des Bezirksverbands Pfalz beteiligen sich die Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Eifel, Westerwald-Osteifel, Rheinpfalz), die Technische Hochschule Bingen, die Technische Universität Kaiserslautern und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und das Institut RLP AgroScience am Projekt. Sie klären unter anderem, wie sich im Gemüsebau ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln Nutzpflanzen von störendem Bewuchs befreien lassen, wo im Obstbau Pflückroboter eingesetzt werden können, wie man die Weinlese und den Transport digital mit den Kapazitäten in Winzergenossenschaften im Hinblick auf Traubenannahme und Pressung abgleicht und die Stromfresser im Weinkeller identifiziert. Auch die Imker können profitieren, indem sie die Blühzeiten von Trachtpflanzen über ein enges Messnetz erhalten, aber auch kritische Wetterdaten zur effizienteren Milbenbekämpfung im Bienenstock nutzen.
 

 

Bild zur Meldung: Traktor Passgenaue Düngung mithilfe von Sensortechnik